Diese drei Verhaltensweisen solltest Du beim ersten Telefoninterview auf jeden Fall vermeiden!

Gamification im Recruiting – Macht das Sinn?

Warum Gamification im Recruiting?

Als Recruiter ist man ständig auf der Suche nach neuen Lösungen, um gute Bewerber für das Unternehmen zu begeistern. Eine (relativ) neue Idee ist hierbei das Thema Gamification. Durch spielerische Ansätze kann man potentiellen Jobanwärtern das Unternehmen attraktiver darstellen. Zugleich kann man den Recruitingprozess beschleunigen und den Bewerbern bestenfalls einen ersten Eindruck der Tätigkeit vermitteln. Dieser Ansatz bietet also gleich drei große Vorteile gegenüber den klassischen Stellenanzeigen.

Gamification kann die Attraktivität des Arbeitgebers steigern

Die Attraktivität des Unternehmens kann sich durch Gamification steigern, da durch diesen Ansatz die Hürde für eine Bewerbung verringert wird. So kann man z. B. potentiellen Bewerbern anstelle einer Online-Bewerbung, bei der sie Lebenslauf und ggf. Motivationsschreiben hochladen müssen, eine (kleine) spielerische Aufgabe präsentieren. Natürlich können spielerische Ansätze auch erst im eigentlichen Recruitingprozess, also beispielsweise im Interview, eingesetzt werden. In jedem Fall ist es ein neuer Trend, welcher von Bewerbern als innovativ wahrgenommen werden kann. Im besten Fall überträgt sich dieser Eindruck dann auch auf das gesamte Unternehmen. Auch wenn sich diese Wahrnehmung nicht absolut positiv auf das Unternehmen übertragen lässt, kann so zumindest der Prozess deutlich aufgelockert werden. Das allein führt meist bereits zu einer positiveren Wahrnehmung von Position und Unternehmen durch die Jobsuchenden.

Gamification kann den Recruitingprozess beschleunigen

Als Recruiter erlebe ich es fast täglich: Oft ist sich auch die Fachabteilung nicht zu 100% einig, ob ein Bewerber fachlich alle Anforderungen der Position erfüllt. Wenn Gamification für das Recruiting richtig angewandt wird, kann sich das ändern. Eine kleine fachliche Aufgabe – wie im Recruitingprozess für Softwareentwicklerpositionen bereits gängig – kann deutlicher zeigen, ob ein Bewerber die fachlichen Anforderungen erfüllt. So können Extrarunden an Interviews vermieden werden, weil direkt klar ist, ob der Jobanwärter fachlich passt.

Der Bewerber kann die Tätigkeit spielerisch kennenlernen

Wenn das “Spiel” den richtigen Bezug zur jeweiligen Position hat, können Anwärter auf den Job bereits erste Einblicke erhalten. Ein gutes Beispiel dafür ist UberDRIVE. Auch, wenn dieses Spiel bislang nicht zu typischen “Recruitingzwecken” genutzt wird. Dadurch ergibt sich (wenn gut gemacht) der Vorteil, dass Jobwechselnde bereits im Zuge der Bewerbung einen Einblick in Ihre künftige Tätigkeit bekommen. So können sie sich ggf. bereits vorher selbst aussortieren, wenn sie merken, dass es ihnen nicht wirklich liegt.

Recruiting-Gamification für alle?

Sollte jetzt also jedes Unternehmen auf den Gamification-Zug aufspringen?

Meine klare Empfehlung: Jein!

Gamification kann im Recruiting viele Vorteile bringen. Insbesondere spielerische Ansätze, die auch offline stattfinden können, können beim Recruiting der passenden Mitarbeiter (nicht nur Softwareentwickler) helfen. Wenn man es allerdings perfektionieren möchte, muss zunächst viel Zeit investiert werden. Für eine online Lösung braucht man zusätzlich Ressourcen aus dem Entwicklerteam, das tendenziell ohnehin bereits in Aufgaben ertrinkt. Die Umsetzung wird dann sehr schwierig und zögert sich meist hinaus. Man sollte also gut abwägen, was man realistischerweise umsetzen kann. Das trifft insbesondere zu, da es aktuell noch keine Studien dazu gibt, wie sich Gamification im Recruiting auf die Bewerber und deren Wahrnehmung des Unternehmens tatsächlich auswirkt.