Diese drei Verhaltensweisen solltest Du beim ersten Telefoninterview auf jeden Fall vermeiden!

Mein nächster Job – Freelancer oder Festanstellung?

Bei Dir steht aktuell die Suche nach einem neuen Job an? Du spielst mit dem Gedanken Dich selbstständig zu machen? Oder bist Du schon selbstständig und fragst Dich, ob eine Festanstellung richtig für Dich wäre? Egal in welcher Situation Du Dich aktuell befindest: Du solltest Dir Gedanken machen, welche Vor- und Nachteile eine Festanstellung, bzw. die Freiberuflichkeit mit sich bringen. In diesem Artikel werde ich genau diese Fragen diskutieren.

In Festanstellung

Als Festangestellter bist Du, wie bereits die Bezeichnung verrät, ein fester Bestandteil des Unternehmens, in dem Du tätig bist. Deine Vorgesetzten und Deine Kollegen verlassen sich auf Dich und beziehen Dich in interne Angelegenheiten mit ein. Du hast Deine Aufgaben und wahrscheinlich einen festen Arbeitsplatz, feste Arbeitszeiten und erhältst sehr wahrscheinlich auch eine gewisse Ausstattung, um Deine Aufgaben erfüllen zu können. Durch Deine stetige Anwesenheit lernst Du Deine Kollegen gut kennen. Man versucht ein gutes Verhältnis untereinander zu pflegen. Ihr verbringt viel Zeit gemeinsam, bewältigt Aufgaben gemeinsam und unterstützt Euch gegenseitig. Spätestens in der Mittagspause trefft Ihr aufeinander und tauscht Euch aus. Es entstehen auch echte Freundschaften. Ein solches Gefüge ist möglich, da Du als Festangestellter damit rechnest, auf längere Zeit Teil des Unternehmens zu sein und Dich darauf einstellst, längerfristig mit den Kollegen zu arbeiten. Deine Arbeit stellt eine Konstante in Deinem Leben dar.

Durch die Routine in Deinem Job erledigst Du Deine Aufgaben zunehmend schneller. Du hast die Möglichkeit, Dich im Laufe der Zeit zu bewähren und Dich weiterzuentwickeln. Deine Führungskräfte werden dies ebenfalls feststellen können, da Ihr bestenfalls regelmäßig Feedbackgespräche führt und Ziele vereinbart. Innerhalb des Unternehmens kannst Du daher befördert werden, eine Gehaltserhöhung oder bei Zielerreichung sogar einen Bonus erhalten.
Schon bei der Beschreibung eines eher normalen Berufsalltags lassen sich diverse Vorteile einer Festanstellung herauslesen. Doch damit nicht genug. Es mag als selbstverständlich gelten, doch Du erhältst natürlich regelmäßig ein festes Gehalt. Dein Arbeitgeber übernimmt einen Teil Deiner Sozialbeiträge und versichert Dich im Krankheitsfall. Bei Krankheit musst Du Dir daher keine Sorgen machen, in finanzielle Not zu geraten. Ein Teil Deines Monatsgehalt fließt in Deinen Rententopf. Auch hier wird vorgesorgt! Ganz wichtig: Urlaub! Der Sommer ist zum Greifen nah und Du hast Anspruch auf bezahlten Urlaub! Diese vertraglich festgelegten Konditionen geben Dir eine gewisse Sicherheit. Du kannst dadurch längerfristig planen, kannst mit Deinem Geld besser kalkulieren und genießt Arbeitnehmerrechte! Gerade Deutschland gilt als arbeitnehmerfreundlich.

Im Gegensatz dazu bist Du natürlich auch verpflichtet, Dich an bestimmte Regelungen zu halten. Diese vertragliche Bindung an ein Unternehmen kann zum Beispiel andere Tätigkeiten ausschließen. Du bist in gewisser Weise abhängig. Urlaubsanträge müssen erst genehmigt werden und bei Krankheit musst Du diese durch ein ärztliches Attest “beweisen”.

Viele Festangestellte langweilen sich dabei, dauerhaft die selben Aufgaben zu erledigen und im selben “Trott” Tag-ein und Tag-aus zu leben. Häufig genug hören wir Recruiter von Bewerbern, dass sie das Gefühl haben, auf der Stelle zu treten und in Ihrer Weiterentwicklung gestoppt worden zu sein.

Dein Arbeitsort und Deine Arbeitszeit können strikt vorgegeben sein. Der Weg zur Arbeit gilt übrigens nicht als Arbeitszeit! Gerade für Angestellte mit Kindern können die festen Rahmenbedingungen einer Festanstellung eine Herausforderung sein. Zum Einen muss man sich und sein Kind morgens so organisieren, dass beide pünktlich in der Kita/Schule sowie im Büro ankommen. Zum Anderen kann es ebenso eine Herausforderung sein, das Kind auch zeitig wieder abzuholen oder einfach die Zeit zu finden, um z.B. bei den Hausaufgaben zu helfen.

Auch die vermeintliche Sicherheit ist nicht zu 100% gegeben. Du kannst zwar nach bestehen der Probezeit nicht “von heute auf morgen” gekündigt werden, jedoch schließt dies nicht schlechtere Zeiten für das Unternehmen aus, in welchen der Umsatz zu gering ist und Mitarbeiter entlassen werden müssen. Die Bindung zu dem Unternehmen, welche zuvor als Vorteil gezählt wurde, fällt Dir als Arbeitnehmer dann auf die Füße.

Denn neben den plötzlichen Kündigungen gibt es in manchen Unternehmen nahezu gruselige Kündigungsfristen. Stell Dir vor Du bekommst ein sehr spannendes Angebot und musst Deinem potenziellen Arbeitgeber mitteilen, dass Deine Kündigungsfrist 3 Monate zum Quartalsende beträgt. Das kann bedeuten, dass Du teilweise 6 Monate warten musst, ehe Du aus dem Unternehmen ausscheiden kannst. Besonders attraktiv klingt das für Deinen potenziellen Arbeitgeber natürlich auch nicht. Wird dieser wirklich so lange auf Dich warten?

Als Freelancer

Freelancer kennen die genannten Probleme einer Festanstellung kaum bis gar nicht. Du kannst sogesehen Deine Arbeit jederzeit niederlegen (natürlich nicht mitten im Projekt, Du bist ja einen Vertrag eingegangen) und auch entscheiden ob, wo, wann und wie lange Du arbeitest. Denn Du bist i.d.R. weder an Arbeitszeiten noch an einen Arbeitsort gebunden. Du kannst daher von zu Hause aus arbeiten oder Dich in CoWorking Spaces einmieten, zwischendurch eine Pause einlegen, schnell zum Friseur oder einkaufen gehen. Wenn nachmittags Deine Kinder eintrudeln, kannst Du Dich ihnen widmen und wenn sie dann im Bett sind, weiterarbeiten. Natürlich gibt es Ausnahmen. Einige Auftraggeber wünschen, dass Du bei Ihnen vor Ort bist. Gerade wenn Dein Aufgabengebiet voraussetzt, dass Du mit anderen Teammitgliedern zusammen arbeitest oder “das Produkt”, die Kunden oder Hilfsmittel sich an einem bestimmten Ort befinden. Doch das tritt nur in bestimmten Positionen auf und es ist auch nur temporär, da auch dieses Projekt irgendwann enden wird und Du die die Freiheit hast, Dich auch dagegen zu entscheiden.

Du siehst also, als Freelancer bist Du sehr flexibel. Du bist Dein eigener Chef und gibst Dir selbst Deine Freiheiten. Viele Freelancer empfinden dies als Teil der Selbstverwirklichung, nach welcher wir Menschen streben. Als Freelancer ist es normal, mehrere Auftraggeber zu haben. Entweder parallel oder eben nacheinander. Je nach Intensität des Einsatzes und natürlich auch nur, wenn Du das so möchtest. Dabei erhältst Du unglaublich viele und verschiedene Eindrücke von jedem der Unternehmen. Durch Deine diversen Einsätze sammelst Du innerhalb kurzer Zeit mehr Berufserfahrung als ein Festangestellter, welcher ein Jahr lang das Gleiche wie Du erledigen muss. Dein Profil gewinnt von Auftrag zu Auftrag mehr an Umfang. Auch durch Fortbildungen kannst Du Dein Profil erweitern und Dich stets informiert halten. Häufig spricht man bei Freelancern von Allroundern. Mittlerweile sind Freelancer gern im Firmenalltag gesehen, da sie für Unternehmen schnell einsetzbar sind und mit ihrer Erfahrung punkten können.

Dir wird nicht jedes Unternehmen und nicht jede Aufgabe gleich gut gefallen. Auch wirst Du als Freelancer negative Erfahrung sammeln müssen. Das ist auch wichtig, denn aus diesen kannst Du für zukünftige Projekte lernen! Zum Glück hast Du keine komplizierte Kündigungsfrist!Daraus ergibt sich auch der Vorteil, dass Du schnell einsetzbar bist und auch relativ spontan Aufträge annehmen kannst.

Gemeinsam mit dem Auftraggeber vereinbarst Du Deinen Stundenlohn bzw. Tagessatz. Dieser ist und sollte in jedem Fall höher sein, als der eines Festangestellten, denn Du musst alle Abgaben, Arbeitsmaterialien, Versicherungen und Deine Altersvorsorge selbst regeln! Damit wären wir auch gleich bei den Nachteilen.

Denn als Freiberufler musst Du Steuern, Krankenversicherungen und Rentenbeiträge selbst tragen. Bedenke auch, dass Du im Krankheitsfall keinen Anspruch auf Krankengeld hast. Hier macht in jedem Fall eine kostenpflichtige Zusatzversicherung Sinn. Wie bereits erwähnt, kannst Du jederzeit Deine Arbeit niederlegen und Urlaub machen, jedoch steht Dir kein bezahlter Urlaub zu. Drei Wochen Urlaub am Meer bedeuten für Dich dann auch 3 Wochen keine Einnahmen. Eine Umfrage hat ergeben, dass Freelancer meist weniger Urlaub nehmen als Festangestellte, trotz der theoretisch “unbegrenzten Urlaubstage”. Des Weiteren ist Deine Bezahlung auch an Deinen Erfolg gebunden. Das wirst Du gerade am Anfang merken, da Du oft erst bei Erreichung der vereinbarten Ziele Deine Bezahlung erhältst. Nun dauert es zunächst, bist Du diese Ziele erreicht hast. Bis dahin musst Du aus eigener Kasse überbrücken können. Die Vereinbarung einer Anzahlung ist in jedem Fall empfehlenswert. Gegen Arbeitslosigkeit bist Du auch nicht geschützt. Erhältst Du keine, wenige oder schlecht bezahlte Aufträge, hast Du kein Anrecht auf finanzielle Unterstützung vom Staat. Auch hier müssen Deine Ersparnisse ausreichen oder Du schließt eine entsprechende Versicherung ab. Zudem musst Du auch Deine Ausstattung selbst organisieren und kaufen. Der Kauf eines einzelnen Laptops ist in der Regel teurer, als wenn ein Unternehmen 15 Laptops auf einmal bestellt. Das Gute ist, dass Du diese Ausgaben steuerlich geltend machen kannst.

Du siehst also, dass Du gerade am Anfang vor einer echten finanziellen Herausforderung stehst.

Etwas gegensätzlich ist, dass Freiberufler einerseits ein sehr extensives Netzwerk haben bzw. brauchen, ihnen aber andererseits nachgesagt wird, dass diese Art der Beschäftigung einsam sein soll. Dadurch, dass Du als Freiberufler viele Projekte hast, lernst Du ständig neue Leute kennen und wechselst bzw. erweiterst Dein berufliches Umfeld regelmäßig. Du wirst empfohlen, erfährst von interessanten Projekten oder hast regelmäßigen Kontakt zu Agenturen. Durch den häufigen Wechsel ist es jedoch deutlich schwieriger, Bindungen aufzubauen. Dein Umfeld ändert sich stetig und auch im Homeoffice bist Du zumindest physisch eher isoliert. Dies sagt nicht jedem zu.

Fazit

Zusammenfassend ist es schwer zu sagen, welche Beschäftigungsart die bessere ist. Es kommt ganz darauf an, was Dir persönlich wichtig ist, wie Deine Lebenssituation aussieht und vor allem in welchem Bereich Du tätig bist. Nicht jeder Beruf ist als Freelancer allein umsetzbar. Typische Bereiche, in denen viele Freelancer unterwegs sind und gerne beauftragt werden, sind zum Beispiel die IT und das Webdesign. Auch Übersetzer und Journalisten sind  häufig anzutreffen . Diese Tätigkeiten lassen sich auch zusätzlich zu einer Festanstellung ausüben. Denn Du entscheidest, ob Du den Auftrag annehmen möchtest oder nicht. Sänger, Schauspieler und Künstler sind meistens auch Freelancer. Du merkst, es ergibt in den eben genannten Berufen auch Sinn, da die Dauer der Beschäftigung durch das Projekt beschränkt und gleichzeitig nicht so auslastend ist, dass Du Dich damit in Vollzeit beschäftigen kannst. Trifft das auf Dich zu? Dann kannst Du Dir gerne ernster Gedanken machen, ob Du den Schritt in die Freiberuflichkeit für Dich selbst wagst.

Du kannst aber auch die Vorteile beider Beschäftigungsarten genießen. Es gibt Freelancer, die arbeiten über mehrere Monate, auch Jahre, für das selbe Unternehmen oder mehrere Unternehmen. Sie haben berufliche Beständigkeit, einen regelmäßigen Austausch mit dem Team etc., aber eben auch die Freiheit, vieles für sich selbst mitzubestimmen.

Viele Festangestellte sind auch neben der Festanstellung als Freelancer beschäftigt und nehmen kleinere Aufträge an. Damit runden sie Ihr Festgehalt etwas auf.

Freiberuflich zu arbeiten ist auch dann sinnvoll, wenn Du gerade aus einer längeren Arbeitspause kommst. Du hast Dich die letzten Monate auf Dein Studium sehr fokussieren müssen, bist gerade aus der Elternzeit raus oder kommst frisch aus einem Auslandsaufenthalt? Dann ist eine Tätigkeit als Freelancer gut, um wieder in das Arbeitsleben hinein zu tauchen.

Wichtig ist, dass Du für Dich die optimale Anstellung findest und dass Dir der Job vor allem Freude bereitet, Du Dich weiterentwickeln kannst und es zu Deinem Leben passt!

Quellen & weiterführende Links:

https://www.twago.de/blog/angestellte-und-freelancer-im-wirtschaftlichen-vergleich/

https://www.twago.de/blog/freelancer-vorteil-arbeitgeber/

http://blog.go-ahead.de/2015/selbststaendig-als-freiberufler-die-vor-und-nachteile-auf-dem-pruefstand/

http://www.helpster.de/festanstellung-oder-freiberufler-vor-und-nachteile_198064

http://www.business-wissen.de/artikel/arbeitsverhaeltnisse-mitarbeiter-ohne-festanstellung-beschaeftigen/

http://karriere-einsichten.de/2013/02/berufsbild-freiberufler-vs-festangestellter/

http://www.olafbriese.de/selbststaendig-arbeiten-vorteile-und-nachteile/

http://www.selbstaendig-im-netz.de/2012/07/03/selbstaendig/festanstellung-vs-selbststaendigkeit-was-ist-ein-sicherer-job/

http://www.helpster.de/festanstellung-und-nebentaetigkeit-als-honorarkraft-was-sie-dabei-beachten-sollten_94492